
Herzlich willkommen!
Willkommen zum Text+ Newsletter vom Juli 2026! Dies ist eine Spezialausgabe, die dem 5. Text+ Plenary gewidmet ist. Mit dieser Ausgabe möchten wir die Veranstaltung Revue passieren lassen, zentrale Themen und Impulse aufgreifen und die wichtigsten Eindrücke sowie Ergebnisse mit Ihnen teilen.
Wie gewohnt erscheint der Newsletter auf unserer Webseite unter Aktuelles/Meldungen; außerdem wird er per E-Mail an alle Interessierten versandt. Wenn Sie den Newsletter ebenfalls per E-Mail erhalten möchten, schreiben Sie uns gerne.
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5. Text+ Plenary
Am 15. und 16. Juni 2026 fand das 5. Text+ Plenary in den Räumlichkeiten des Mannheimer Schlosses statt. Eingeladen waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Text+, Vertreterinnen und Vertreter anderer NFDI-Konsortien sowie weitere Interessierte aus der Community, darunter Delegierte aus Fachverbänden und Forschungsverbünden. Das diesjährige Plenary stand ganz im Zeichen des Abschlusses der ersten Förderphase von Text+.
Nach nahezu fünf Jahren gemeinsamer Arbeit bot die Veranstaltung Gelegenheit, auf die in der ersten Förderphase erzielten Ergebnisse und Entwicklungen zurückzublicken sowie vorsichtige Blicke auf die mögliche Zukunft von Text+ zu werfen. In Vorträgen, Diskussionsrunden und anderweitigen Austauschformaten wurden die erreichten Meilensteine vorgestellt, Erfahrungen aus den Task Areas Collections, Editions, Lexical Resources sowie Infrastructure & Operations als auch deren mögliche Perspektiven für eine Weiterentwicklung von Text+ diskutiert. Das Plenary machte einmal mehr deutlich, wie sehr die enge Zusammenarbeit innerhalb von Text+ und der Community zum Erfolg des Konsortiums beigetragen hat und wie wichtig der kontinuierliche Austausch für die Weiterentwicklung der Forschungsdateninfrastruktur ist.
Alle im öffentlichen Teil der Veranstaltung vorgestellten Präsentationen und Poster sind auf der Event-Webseite des Text+ Plenarys 2026 abrufbar.
1. Programmtag 15. Juni 2026
Strategiemeeting Management
Bereits vor dem offiziellen Beginn des Plenarys traf sich am Vormittag des ersten Veranstaltungstages das Management einer möglichen zweiten Projektphase von Text+ zu einem internen Strategiemeeting. Vorbehaltlich der Bewilligung einer zweiten Förderphase des Projektes wurde über die zukünftige Ausrichtung und Weiterentwicklung von Text+ sowie die Planung des Übergangs von der ersten in die zweite Förderphase diskutiert.
Ankommen und Auftakt des 5. Text+ Plenarys
Der öffentliche Teil des 5. Text+ Plenarys begann gegen Mittag mit der Anmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und einem gemeinsamen Lunch, der bereits erste Gespräche und fachlichen Austausch ermöglichte. Insgesamt nahmen rund 130 Personen an jeweils beiden Tagen der Veranstaltung teil und nutzten das Plenary zur Vernetzung, Diskussion und zum Wissenstransfer innerhalb der Text+ Community und darüber hinaus.

Offizielle Eröffnung des Plenarys und Einführung in die Arbeit des Konsortiums
Eröffnet wurde das Plenary als Vertreter des lokalen Organisationsteams vom Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS), Prof. Dr. Henning Lobin, der die Gäste im Mannheimer Schloss willkommen hieß. In seiner Begrüßung betonte er die Bedeutung nachhaltiger Forschungsdateninfrastrukturen für die Geistes- und Kulturwissenschaften im Allgemeinen sowie die Rolle des Projektes Text+ innerhalb des IDS im Besonderen.
Anschließend gab Prof. Dr. Andreas Witt, Sprecher des Text+ Konsortiums, einen Überblick über die Entwicklung des Projekts und ordnete bisherige Erfolge sowie künftige Herausforderungen ein. Anlässlich des Abschlusses der ersten Förderphase zog er eine Bilanz der vergangenen fast fünf Jahre und hob hervor, dass sich Text+ als zentrale Forschungsdateninfrastruktur für sprach- und textbasierte Forschung etabliert habe. Im Fokus stünden dabei nicht nur Daten, sondern auch Dienste, Standards und Beratungsangebote entlang des gesamten Datenlebenszyklus, konsequent orientiert an den FAIR-Prinzipien und getragen von über 40 Partnerinstitutionen.
Besonders hervorgehoben wurde die Einbettung von Text+ in die NFDI. Als Teil von Humanities@NFDI arbeitet das Konsortium eng mit anderen NFDI-Konsortien zusammen und ist in zahlreichen Sektionen und Arbeitsgruppen aktiv. Zudem leistet Text+ mit Beiträgen zu den europäischen Forschungsinfrastrukturen CLARIN und DARIAH einen wichtigen Beitrag zur internationalen Vernetzung.
Andreas Witt sprach außerdem über die Bedeutung gemeinsamer Standards und interoperabler Dienste. Mit Angeboten wie dem Text+ Data Space, föderierten Suchdiensten, Registry-Systemen und einem umfassenden Serviceportfolio schafft Text+ Voraussetzungen dafür, Forschungsdaten langfristig auffindbar, zugänglich und nachnutzbar zu machen.
Mit Blick auf die zweite Förderphase skizzierte er strategische Ziele wie die stärkere Integration gemeinsamer NFDI-Basisdienste, eine engere Vernetzung mit anderen Konsortien sowie eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der wissenschaftlichen Community. Der Erfolg von Text+ bemesse sich dabei nicht nur an der technischen Infrastruktur, sondern vor allem an deren tatsächlicher Nutzung durch Forschende.
Abschließend verwies Andreas Witt auf die wachsende Bedeutung hochwertiger Sprach- und Textdaten im Kontext Künstlicher Intelligenz (KI) und großer Sprachmodelle. Vor diesem Hintergrund sei Text+ gut positioniert, sich weiter als zentrale Infrastruktur für daten- und KI-gestützte geisteswissenschaftliche Forschung zu etablieren.
Task Area Vorträge
Die Präsentationen der Task Areas knüpften an die Ausführungen von Prof Witt in der Begrüßung an und gaben Einblicke in die Ergebnisse der ersten Förderphase.
Task Area Infrastructure & Operations
Den Auftakt bildete die Präsentation der Task Area Infrastructure & Operations (IO). Sie zeigte, wie in der ersten Förderphase die zentralen technischen Dienste aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt wurden. Als technische Klammer für die Services und Angebote der Datendomänen Collections, Lexical Resources und Editions schafft IO die Voraussetzungen, damit Forschungsdaten standortübergreifend erschlossen, verknüpft, verarbeitet, langfristig erhalten und genutzt werden können.
Erste Schwerpunkte bildeten die Basisinfrastruktur und der Bereich Search & Retrieval. Die Weiterentwicklung der Text+ Registry und der Föderierten Inhaltssuche (FCS) ermöglichen mittlerweile eine Datendomänen-übergreifende Recherche im Text+ Data Space sowohl auf Basis detaillierter Metadaten als auch den eigentlichen Forschungsinhalten. Besonders hervorgehoben wurde die herausragende Bedeutung von Normdaten für beide Systeme und das Zusammenspiel von Registry und FCS als ein hybrides Suchsystem.
Im Folgenden stellte die Task Area eine Auswahl von Arbeiten in den Bereichen Softwareservices, Datenverarbeitungspipelines und der zentralen Langzeitarchivierung vor. Hierzu gehören eine Reihe von Werkzeugen für Jupyter Notebook basierte Arbeitsumgebungen, unter anderem zum vereinfachten Datenimport in das TextGrid Repository sowie die Integration der NLP-Pipeline MONAPipe. Anhand dieser Anwendungen wurde exemplarisch auch die aktive Mitgestaltung der zentralen Basisdienste der NFDI, hier am Beispiel Jupyter4NFDI, durch die Task Area demonstriert. Ein weiterer Schwerpunkte bildete darüber hinaus das Text+-Archiv als generische Fallback-Lösung für die Langzeitarchivierung, das sowohl offene als auch zugangsbeschränkte Forschungsdaten langfristig sichern und verfügbar machen wird.
Anschließend widmete sich die Präsentation den Themen Interoperabilität und Nachnutzbarkeit. Vorgestellt wurde insbesondere die enge Zusammenarbeit mit Base4NFDI, in der sich die Task Area unter anderem durch die Mitarbeit in den entsprechenden Gremien, die Integration verfügbarer Basisdienste sowie die Beteiligung an Inkubatorprojekten aktiv einbringt und damit die Anschlussfähigkeit von Text+ innerhalb der NFDI kontinuierlich voranbringt. Ebenfalls präsentiert wurde die 2024 gestartete Text+ GND-Agentur, die Forschende und Projekte bei der Anreicherung ihrer Daten mit Normdaten unterstützt. Mit dem entwickelten Workflow und dem Austauschformat entityXML werden zentrale Bausteine für eine standardisierte Erfassung und Vernetzung von Forschungsdaten bereitgestellt. Ergänzt wurde der Themenblock durch Angebote zum Forschungsdatenmanagement, die die Anwendung gemeinsamer Standards und die nachhaltige Nachnutzung von Forschungsdaten unterstützen.
Ein weiterer Themenblock widmete sich dem Bereich Kommunikation und Community Outreach. Im Fokus standen der Ausbau des Text+ Webportals zum zentralen Einstiegspunkt für Dienste und Informationen des Konsortiums für die Forschenden. Auch mit Beratungsangeboten, Veranstaltungsreihen wie den IO Lectures und Show and Tell sowie weiteren Austauschformaten unterstützt die Task Area aktiv den Wissenstransfer. Abschließend gab die Task Area einen kurzen Ausblick auf die kommende Projektphase, in der der weitere Ausbau des Text+ Data Space als einen kontinuierlich wachsenden, vernetzten und für Forschende leicht erschließbaren Datenraum im Zentrum steht. Hierfür sollen unter anderem weitere Datenbestände erschlossen, Bestände enger miteinander verknüpft und die Nutzung von GND-Identifikatoren sowie anderen Normdaten weiter gestärkt werden.
Weitere Informationen und ausführliche Inhalte finden Sie in der Präsentation auf den PDF-Seiten 25–90.
Task Area Editions
Das weitere Nachmittagsprogramm des ersten Veranstaltungstages wurde von der Task Area Editions gestaltet. Dabei wurde die Zusammenarbeit zwischen Text+ und der Editionscommunity in den Mittelpunkt gestellt. Den Auftakt bildete eine Präsentation zu den zentralen Arbeitsbereichen der Task Area – Community Activities, Text+ Consulting und Text+ Registry.
Zu Beginn wurde gemeinsam mit den Teilnehmenden auf die User Stories sowie die zahlreichen Veranstaltungen der ersten Förderphase zurückgeblickt. Dabei zeigte sich, dass nicht nur große Veranstaltungen wie das Text+ Plenary oder Konferenzen und Verbandstagungen – etwa die DHd-Jahrestagungen, das DARIAH Annual Event, die Kölner Mediävistentagung oder die Jahrestagung der AG Germanistische Editionen – die Zusammenarbeit in der Community stärken. Gerade kleinere, gezielt auf die Bedürfnisse der Forscherinnen und Forscher zugeschnittene Formate wie der FAIR February oder das „Research Rendezvous“ sowie zahlreiche Workshops und Beratungsangebote für und mit Editorinnen und Editoren entfalten eine nachhaltige Wirkung.
Der zweite Schwerpunkt der Präsentation lag auf dem Servicebereich Text+ Consulting. Die Forschungsdatenmanagement- und Antragsberatung durch das Team der Text+ Agentinnen und Agenten hat sich inzwischen als unabdingbarer Bestandteil der editionswissenschaftlichen und darüber hinaus der geisteswissenschaftlichen Forschungsinfrastruktur etabliert. Eine verschlagwortete Auswertung der Beratungsprotokolle lieferte sowohl erwartbare Erkenntnisse – etwa den hohen Bedarf an Unterstützung bei Förderanträgen und Letters of Support durch Text+ – als auch überraschende Einblicke, beispielsweise in die inzwischen selbstverständliche Integration von KI in editorische Workflows.
Ein besonderer Erfolg ist die konsequente Weiterentwicklung des Text+ Consultings durch die Vernetzung mit den entsprechenden Strukturen von NFDI4Culture, NFDI4Memory und NFDI4Objects. Gemeinsam entsteht so ein vernetztes Beratungsangebot der geisteswissenschaftlichen NFDI-Konsortien, das FDM-Anfragen unabhängig von Fachgebiet oder spezifischer Ausrichtung unkompliziert an die passenden Beraterinnen und Berater vermittelt.
Als technisches Herzstück der Task Area wurde anschließend das offene Editionsverzeichnis als Teil der Text+ Registry vorgestellt. In den vergangenen fünf Jahren wurde das Verzeichnis zu einem zentralen Metakatalog weiterentwickelt, der zunehmend als interoperables Rückgrat für den Nachweis und die Vernetzung wissenschaftlicher Editionen dient.
Den Abschluss des Nachmittags bildete ein Diskussionspanel zum Thema „Was braucht die Editionscommunity? Perspektiven in Text+ und NFDI 2.0“. Ausgehend von den Erkenntnissen der vorangegangenen Präsentation sowie kurzen Eingangsstatements zur Frage „Was zeichnet gute editorische Infrastruktur aus?“ diskutierten Prof. Dr. Andrea Rapp (Co-Lead der TA Editions), Dr. Hannah Busch (SCC Editions), Swantje Dogunke (SCC Editions) und Dr. Philipp Hegel (TA Editions), welche Wirkung Text+ bislang innerhalb der Editionscommunity entfaltet hat und in welchen Bereichen noch Entwicklungspotenzial besteht. Moderation und Hosting des Panels übernahm Kilian Hensen (Koordinator TA Editions). Fragen und Anregungen aus dem Publikum wurden mithilfe des Beteiligungstools arsnova in die Diskussion eingebracht. Die wichtigsten Diskussionsfragen und Ergebnisse werden in den kommenden Wochen in einem eigenen Beitrag im Text+ Blog veröffentlicht.
Die Task Area Editions bedankt sich bei allen Panelistinnen und Panelisten und dem Publikum für die rege, konstruktiv-kritische Beteiligung.
Weitere Informationen und ausführliche Inhalte finden Sie in der Präsentation auf den PDF-Seiten 92-129.
Postersession
Der offizielle Teil des ersten Veranstaltungstages wurde am Spätnachmittag durch eine Postersession, die mit einem Posterslam eingeleitet wurde, abgeschlossen.
Insgesamt wurden für das Text+ Plenary 18 Poster angenommen. Ziel war es, durch die Poster ein breites Spektrum an Themen innerhalb von Text+ aufzuzeigen, das zentrale Bereiche von Metadaten, NFDI-Kooperationen über von Text+ geförderte Kooperationsprojekte, der Community-Arbeit bis hin zu den Themen KI und Tools abdeckte:
Metadaten
Die Poster, die dem Bereich Metadaten zuzuordnen waren, behandelten die Harmonisierung und Weiterentwicklung von Metadatenstandards in Text+ und der NFDI. Im Fokus standen einheitliche Modelle wie CMDI für lexikalische Ressourcen sowie Ergebnisse interdisziplinärer Workshops zu einem NFDI-weiten Core Metadata Profile. Ergänzend wurden domänenspezifische Anforderungen, etwa für literarische Korpora, vorgestellt, mit dem Ziel eine bessere Interoperabilität und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten zu gewährleisten.
A Unifying CMDI-based Metadata Schema for Lexical Resources in Text+ (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20811138)
From Interdisciplinary Metadata Alignment to Practice in Text+: Results and Implications of the 2nd NFDI Metadata Workshop (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20627968)
NFDI-Kooperationen
Im Zentrum dieses Posterblocks waren die Vernetzung von Text+ mit anderen NFDI-Konsortien und Basisdiensten. Themen waren gemeinsame Infrastrukturen wie Humanities@NFDI und Base4NFDI sowie Schnittstellen zu BERD und weiteren Partnern. Beispiele zeigten interkonsortiale Use Cases und die Integration von Basisdiensten in Text+.
- Bring Your Own Topic: Entwicklungen der offenen Text+ Veranstaltungsreihe „Show and Tell“ (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.21129812)
- Brücken zwischen Business-, Wirtschafts- und Textdaten: Zusammenarbeit von BERD und Text+ in der NFDI (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20924254)
- Humanities@NFDI (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.16835734)
- Integration of Basic Services in Text+ (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.18999643)
- Restaurierungsdokumente als Forschungsdaten – Annotation, Wissensmodellierung und interkonsortiale Perspektiven an der Schnittstelle von NFDI4Objects und Text+ (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20732860)
- Synergies between Base4NFDI services and Text+ (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20812397)
Kooperationsprojekte (KP)
Die zwei vorgestellten Kooperationsprojekte, die mit Mitteln von Text+ gefördert wurden, zeigten die praktische Umsetzung von Standards in Text+. Das Kooperationsprojekt Transcription+ fokussiert auf die Standardisierung gesprochener Sprache und Toolunterstützung, während AWV 2.0 historische Datenbestände wieder zugänglich macht. Beide Projekte verdeutlichen, wie heterogene oder veraltete Daten durch Migration und Standardisierung FAIR-nutzbar werden.
- Transcription+ ISO 24624:2016 - Transcription of spoken language: Ressourcen, Dokumentation und multilinguales Demokorpus (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20848185)
- Unzugängliche Forschungsdaten wieder FAIR-fügbar machen - Kooperationsprojekt AWV 2.0 (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20828973)
Community
Die Poster zum Thema Community stellten Formate zur Nutzerorientierung und wissenschaftlichen Kommunikation vor. Dazu gehören Blogs, Veranstaltungsreihen, Usability-Workshops sowie Helpdesk- und Beratungsangebote.
- AG Dissemination on tour (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.21277140)
- Community Outreach through Scientific Blogging: the Text+ Blog (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20591639)
- Let’s talk to the users. Usability-Workshops zur nutzerorientierten Weiterentwicklung der FCS (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.21129880)
- Nah an der Forschung: Text+ als föderierte Infrastruktur für RDM-Beratung und Helpdesk-Support (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20842616)
KI & Tools
Dieser Posterblock umfasste KI-gestützte Methoden und digitale Werkzeuge für Forschungsdaten. Dazu zählen RAG-Systeme, NLP-Pipelines und LLM-Anwendungen in der Lexikografie sowie Infrastrukturkomponenten wie Registry und Repositorien. Gemeinsam stellten die Poster Beispiele zur Verbesserung von Zugang, Analyse und Nachnutzung textbasierter Daten durch technische Innovation.
- CarMa Bot: Evaluation von RAG-Ansätzen für die Inhaltsexploration in Editionen von Musiker-Briefen (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.21114371)
- MONAPipe: Modular Natural Language Processing Pipeline for Digital Humanities (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.8424925)
- The Text+ Registry: Facilitating Cross-Domain Resource Discovery (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20036812)
- Verwendung großer Sprachmodelle zur Generierung von Beispielsätzen für GermaNet (DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.20810678)
Abendveranstaltung
Nach informativen Vorträgen, regen Diskussionen und der Postersession fand im Rektoratshof des Mannheimer Schlosses ein entspannter Abendempfang mit regionalem Essen und Getränken bei bestem Sommerwetter statt. Der Ausklang bot Gelegenheit für informellen Austausch und vertiefende Gespräche in angenehmer Atmosphäre. Ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahm das Angebot zu diesem geselligen Beisammensein wahr.

2. Programmtag 16. Juni 2026
Am Vormittag des zweiten, öffentlich zugänglichen Veranstaltungstages standen die Vorträge der Task Areas Lexical Resources und Task Area Collections im Fokus.
Task Area Vorträge
Task Area Lexical Resources
Die Vorträge der Task Area Lexical Resources boten einen umfassenden Rückblick auf die Ergebnisse der ersten Förderphase von Text+. Die Task Area vereint die zentralen Akteure der digitalen Lexikographie und lexikalischen Forschung in Deutschland und stellt mittlerweile 94 lexikalische Ressourcen aus mehr als 30 Sprachen, Sprachstufen und Varietäten für die wissenschaftliche Nachnutzung bereit. Die Ressourcen werden in unterschiedlichsten Fachgebieten genutzt – von der Sprach- und Literaturwissenschaft über die Digital Humanities bis hin zur Computerlinguistik und KI-Forschung.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Präsentation lag auf den sieben, von Text+ im Bereich Lexical Resources geförderten Kooperationsprojekten. Sie erweiterten das Spektrum der in Text+ verfügbaren Ressourcen erheblich und integrierten unter anderem Wörterbücher und lexikalische Daten zu Mittelhochdeutsch, Niedersorbisch, Latein, Griechisch-Arabisch und Altägyptisch. Gleichzeitig lieferten die Projekte wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung gemeinsamer Standards und technischer Lösungen innerhalb von Text+.
Besonders eindrucksvoll war die Präsentation verschiedener Anwendungsszenarien für die gemeinsame Wörterbuchplattform, die auf der in der Task Area entwickelten Lexikalischen Inhaltssuche (LexFCS), den kuratierten und in vielen Fällen neu erschlossenen lexikalischen Daten und der Text+ Registry basiert. In einer Live-Demonstration wurde gezeigt, wie Forschende über eine gemeinsame Weboberfläche auf verteilte und hochgradig heterogene Wörterbücher sowie Wortnetze zugreifen können. Eine zweite, stärker technisch orientierte Demo verdeutlichte die noch weit darüber hinausgehenden Möglichkeiten der direkten Nutzung von Programmierschnittstellen (APIs) der Wörterbuchplattform und damit die unmittelbare Einbindung in eigene Forschungsprojekte. Dabei wurde sichtbar, wie semantische Beziehungen und gemeinsame Identifikatoren genutzt werden können, um zwischen verschiedenen lexikalischen Ressourcen zu navigieren und Inhalte institutions- und systemübergreifend miteinander in Beziehung zu setzen. Die Demonstration verdeutlichte anschaulich die Vision von Text+, Forschungsdaten nicht nur auffindbar, sondern auch interoperabel und für neue Forschungsfragen nutzbar zu machen.
Darüber hinaus stellte die Task Area ihre Arbeiten zur Harmonisierung von Metadaten, zur Weiterentwicklung der LexFCS-Spezifikation und ihrer Implementierung, der Text+ Registry sowie ihre Beiträge zur europäischen Standardisierung im Umfeld von CLARIN und DARIAH vor. Ein einheitliches Metadatenprofil auf Basis von CMDI (ISO 24622) erleichtert künftig die Integration und Vernetzung lexikalischer Ressourcen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die wachsende Bedeutung Künstlicher Intelligenz für die Arbeit mit lexikalischen Ressourcen. Vorgestellt wurden erste Erfahrungen mit großen Sprachmodellen bei der Erstellung von Beispielsätzen für GermaNet, die transformerbasierte Übertragung historischer Texte in moderne Orthografie sowie neue Ansätze zur KI-gestützten Unterstützung von Suchan-fragen.
Mit Blick auf eine mögliche zweite Förderphase soll die gemeinsame Wörterbuchplattform weiter ausgebaut und stärker mit anderen Datendomänen innerhalb von Text+ vernetzt werden. Ziel ist die Weiterentwicklung von einem verteilten Ressourcenkatalog hin zu einer integrierten Forschungsplattform, die sowohl menschlichen Nutzenden als auch KI-basierten Anwendungen einen nahtlosen Zugang zu lexikalischem Wissen ermöglicht.
Weitere Informationen und ausführliche Inhalte finden Sie in der Präsentation auf den PDF-Seiten 132-191.
Task Area Collections
Die Präsentation der [Task Area Collections]https://text-plus.org/ueber-uns/arbeitsbereiche/collections/ stand unter einem außergewöhnlichen Leitmotiv: Statt die Ergebnisse der vergangenen fünf Jahre als klassische Projektbilanz vorzustellen, lud die Task Area das Publikum zu einer „Führung durch die größten Meisterwerke der TA Collections aus fünf Jahren Text+“ ein. In Form eines Museumsrundgangs wurden zentrale Entwicklungen, Projekte und Infrastrukturen als Exponate einer gemeinsamen Sammlung präsentiert.
Den Ausgangspunkt bildete die Frage, wie Text+ sprach- und textbezogene Forschungsdaten langfristig sichtbar, auffindbar und nachnutzbar machen könne. Vorgestellt wurden die zahlreichen Sammlungen und Datenzentren der Task Area sowie die kontinuierlich gewachsene Text+ Registry, die inzwischen fast 1.500 Ressourcen unterschiedlichster Sprachen, Datentypen und Fachgebiete nachweist. Gemeinsam mit der Federated Content Search ermöglicht sie einen standortübergreifenden Zugang zu Forschungsdaten aus Bibliotheken, Archiven, Repositorien und wissenschaftlichen Projekten.
An mehreren Beispielen wurde gezeigt, wie bestehende und neu entstehende Datensammlungen in die Text+-Infrastruktur integriert werden. Dazu gehört unter anderem die Aufnahme des Göttingen Register of Electronic Texts in Indian Languages (GRETIL) in das TextGrid Repository. Die Präsentation verdeutlichte, wie heterogene und teilweise schwer zugängliche Bestände durch Metadatenanreicherung, Standardisierung und Integration in etablierte Repositorien langfristig FAIR nutzbar gemacht werden können.
Ein weiteres Exponat der „Sammlung“ war das durch Text+ in der Datendomäne Collections geförderte Kooperationsprojekt Text+oh.d. Vorgestellt wurde die Anbindung des Portals Oral-History.Digital, das tausende audiovisuelle Interviews aus zahlreichen Archiven zugänglich macht. Durch die Integration der Metadaten in die Text+ Registry und die Transformation von Transkripten in standardisierte Formate wird die Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit dieser wichtigen audiovisuellen Forschungsressourcen erheblich verbessert.
Über die eigentliche Forschungscommunity hinaus richtete die Task Area ihren Blick bewusst „über den Tellerrand“. Anhand von Workshops und Austauschformaten wurde gezeigt, wie Text+ mit Partnern aus Wirtschaft, Weiterbildung und Forensik zusammenarbeitet, um neue Anwendungsfelder für Sprach- und Textdaten zu erschließen und Anforderungen unterschiedlicher Nutzergruppen aufzunehmen. Diese Öffnung in andere gesellschaftliche Bereiche wurde als wichtiger Bestandteil der Community-Arbeit von Text+ hervorgehoben.
Einen besonderen Höhepunkt bildete die Präsentation der neuen DIN-Norm 19461 zu Abgeleiteten Textformaten. In Anlehnung an die Ausstellungsidee wurde die Norm selbst als „Exponat“ betrachtet und interpretiert. Die Vortragenden zeigten, wie durch kontrollierte Transformationen aus urheberrechtlich geschützten Originaltexten rechtssicher nachnutzbare Forschungsdaten entstehen können. Die Norm wurde dabei nicht nur als technisches Regelwerk, sondern als wichtige Infrastruktur für offene und zugleich rechtssichere Forschung vorgestellt.
Abgerundet wurde die Präsentation durch Einblicke in neue Werkzeuge und KI-basierte Dienste, darunter die NLP-Plattform MONAPipe, Verfahren zum Entity Linking sowie der Text+ Chatbot. Die gezeigten Entwicklungen verdeutlichten, wie eng die Arbeit der Task Area Collections inzwischen mit aktuellen KI-Anwendungen, Forschungsdatenstandards und der langfristigen Bereitstellung wissenschaftlicher Ressourcen verbunden ist.
Weitere Informationen und ausführliche Inhalte finden Sie in der Präsentation auf den PDF-Seiten 193-264.
Ausblick und Verabschiedung
Das offizielle Programm des zweiten Veranstaltungstages endete mit einem Vortrag des Co-Speakers der ersten Förderphase von Text+, Prof. Dr. Philipp Wieder von der Georg-August-Universität Göttingen, in dem er einen Ausblick auf die mögliche zukünftige Entwicklung von Text+ gab. Vor dem Hintergrund angekündigter Mittelkürzungen im Falle einer Weiterförderung sowie veränderter Rahmenbedingungen skizzierte er eine strategische Neuausrichtung des Projekts. Der zentrale Ausgangspunkt seiner Ausführungen war die Beantwortung der Leitfrage, was Text+ für die Forschung unverzichtbar machen würde. Er betonte, dass künftig weniger das Angebot im Mittelpunkt stehen sollte, sondern vielmehr dessen Qualität und tatsächliche Nutzung in Forschungsprozessen. Zudem wies er auf die Notwendigkeit einer stärkeren Integration von Text+ in die wissenschaftliche Praxis. Insgesamt solle sich der Fokus von Text+ von Quantität zu Qualität, von Angebot zu Nutzung sowie von einer stärkeren Sichtbarkeit in der Community verschieben.
Prof. Dr. Wieder erläuterte außerdem, dass die Task Areas die strukturelle Grundlage von Text+ bleiben und gemeinsam weiterhin die Breite der text- und sprachbasierten Forschung abdecken würden. Zudem kündigte er in einer zweiten Förderphase eine Erweiterung von bislang vier auf fünf Task Areas an: Neben TA Editions, TA Lexical Resources und TA Infrastructure/Operations würde TA Collections aufgeteilt: TA Library holdings as Research Data für die strukturierte Nachnutzung von Bibliotheksbeständen sowie TA Language Corpora and Elicited Data für Korpus- und Elicited-Data. Die administrative Task Area bleibe bestehen und sei weiterhin für Koordination, Kommunikation und Vernetzung zuständig.
Darüber hinaus wies Prof. Dr. Wieder auf die Eröffnung neuer Chancen hin, die sich durch die Entwicklung großer Sprachmodelle ergeben: Hochwertige, kuratierte Daten werden zunehmend zentral – hier sieht er eine besondere Stärke von Text+. Damit kann sich Text+ als Referenzinfrastruktur für daten- und KI-gestützte Forschung weiter etablieren.
Abschließend wurde betont, dass die kommenden zwei Jahre als entscheidend seien, um Infrastruktur, Expertise und Community so zusammenzuführen, dass Text+ im Forschungsalltag unverzichtbar werde – gemeinsam mit der Community und orientiert an deren Forschungsbedarfen.
Lunch
Mit einem gemeinsamen Lunch ging das öffentliche Programms am zweiten Veranstaltungstag zu Ende.
Interne Meetings
Ergänzend zum öffentlichen Programm fanden am zweiten Veranstaltungstag mehrere interne Arbeitstreffen statt: So kamen die Koordinierungskomitees der Task Areas Collections und Editions jeweils zu Sitzungen zusammen. Auch die Task Area Lexical Resources tagte gemeinsam mit ihrem Koordinierungskomitee. Darüber hinaus traf sich die Arbeitsgruppe FID zu einem internen Austausch.
Danksagung
Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und Mitwirkenden herzlich für ihre rege Beteiligung, die offenen Gespräche und den konstruktiven Austausch. Besonderer Dank gilt den Koordinatoren der Task Areas, deren Engagement und inhaltliche Beiträge wesentlich zum Erfolg des 5. Text+ Plenarys beigetragen haben.


